ABC-Analyse Einführung & Interpretation

Einführung in die ABC-Analyse

Die Geschichte der ABC-Analyse geht zurück auf H. Ford Dickie, der als Manager bei General Electric im 1956 herausgegebenen und später viel zitierten Artikel unter dem Titel „ABC Inventory Analysis Shoots for Dollars, not Pennies“ dieses mathematisch-statistische Verfahren erstmal erklärte.

Seitdem stellt sie eine große Inspiration für die Unternehmer und Entscheidungsträger dar, die ihre Aktivitäten auf die Reduzierung von Kosten, Optimierung von Aufgaben, Motivierung von Mitarbeitern, Gewinnung von Kunden wie auch Erhöhung von Gewinn fokussieren wollen.

Hinter diesem Verfahren stehen jedoch auch weltbekannte Ökonomen Vilfredo Pareto (1848 – 1923) und Max Otto Lorenz (1880 – 1962), deren Ansätze eine gedankliche Grundlage für den Autor der ABC-Analyse gebracht haben. Erwähnenswert sind hier das Pareto-Prinzip und die Lorenz-Kurve.

Was sind die Vorteile der ABC-Analyse?

Die ABC-Analyse zeichnet sich durch ihre einfache Anwendbarkeit aus. Sie bedarf keiner speziellen Datenbankprogrammierung und kann unkompliziert mit Excel erstellt werden. Als ein universelles Instrument lässt sie sich überall wo notwendig einsetzen und dies macht sie besonders stark. Ihre Anwendung beansprucht auch wenig Zeit und Ressourcen, deswegen kann sie sowohl in kleinen als auch großen Unternehmen gleichermaßen die Optimierungsprozesse anregen und zum nachhaltigen Erfolg beitragen. Außerdem bietet sie eine übersichtliche Darstellung der Ergebnisse an und ermöglicht eine individuelle Zusammenstellung verschiedener Komponente.

Neben all diesen unbestreitbaren Vorteilen bringt sie jedoch eine gewisse Begrenzbarkeit und Unsicherheit mit sich, weil sie die eindeutige Grenzziehung für die A, B und C Klassen nicht immer leicht macht. Nichtsdestotrotz bleibt sie eine der besten Methoden für die einen Überblick schaffende Analyse eines Portfolios sowie unternehmensinterner Prozesse, die zum Beispiel auf die Verteilung von Aufgaben und Reduktion von Kosten, die Beschaffung von Materialien und Umgang mit Lieferanten, die Anwerbung von Kunden und andere Faktoren zielen kann. Es erscheint auch betonenswert, dass sie mit der XYZ-Analyse bzw. RSU-Analyse kombinierbar ist.

Was ist die Aufgabe der ABC-Analyse?

Die ABC-Analyse erfüllt grundlegend wichtige Aufgaben im Betrieb, indem sie eine konkrete Darstellung der Ist-Situation ermöglicht. Als ein streng mathematisch-statistisches Verfahren stellt sie aufschlussreiche Daten zur Verfügung, die das Verhältnis zwischen dem erbrachten Aufwand und dem erwünschten Ertrag aufzeigen lassen. Dies ist von enormer Bedeutung für die Entscheidungsträger im Unternehmen, weil das ihnen erlaubt, die für die Zukunft richtigen Schlüsse zu ziehen.

Dank dessen können sie vor allem das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen und relevante Ansatzpunkte zur Prozessoptimierung, Verbesserung der Absatzsituation oder gar Wertsteigerung vom ganzen Unternehmen entwickeln. Darüber hinaus erlaubt dieses Verfahren ihnen, unwirtschaftliche Anstrengungen zu vermeiden, indem sie nun bestmögliche Schwerpunkte setzen können, um die Organisation, Innovationskraft und Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens zu verbessern.

Wie gehe ich bei der ABC-Analyse vor?

Die ABC-Analyse ist ein Vier Phasenprozess, bei dem zunächst die Erfassung des Datenmaterials, dessen Sortierung und Auswertung vorgenommen werden, um am Ende eine Reihe von notwendigen Folgerungen zu entwickeln.

Unabhängig von dem Gebiet, in dem die Analyse durchgeführt wird, ihr Ausgangspunkt bleibt immer die Auswahl von Komponenten, auf die sich das unternehmensinterne Engagement stärker als bisher konzentrieren soll.

Als Beispiel kann hier die Konzentration auf die Lieferanten, Produkte, Kunden, Güter, Artikel oder Aufgaben dienen, deren Qualität, Quantität, Anteil im Periodenverbrauch und sich daraus ergebende Rentabilität zu erhöhen ist.

Als Maßstab kann hier Umsatz oder Rohertrag eingesetzt werden. Dabei muss beachtet werden, dass der Rohertrag eine aussagefähigere Größe sein kann. Genauso wichtig ist die Gewichtung von Umsatz und Rohertrag nach qualitativen Merkmalen.

Das Verfahren resultiert in der Einteilung der Daten in die A, B und C Klassen. Der Klasse A wird nun die höchste Priorität zugesprochen. Demgegenüber wird der Klasse B mittelmäßig und der Klasse C am wenigsten Aufmerksamkeit geschenkt.

Im letzten Schritt der Analyse wird der prozentuale Anteil an der Gesamtzahl aller zu den A, B und C Klassen zugeordneten Komponenten anhand der sogenannten Lorenzkurve oder auch in Form des Pareto-Diagramms grafisch gegenübergestellt.

Wo wird die ABC-Analyse eingesetzt?

Die ABC-Analyse scheint sowohl innerhalb als auch außerhalb der Betriebswirtschaft sehr beliebt und weit verbreitet zu sein, was auf deren vielseitige Einsetzbarkeit, Einfachheit und andere unbestreitbare Vorteile zurückzuführen ist. Im generellen stellt sie ein aufschlussreiches Hilfsmittel für unterschiedliche Unternehmensprozesse dar, die grundsätzlich aus Management-, Geschäfts- und Unterstützungsprozessen bestehen und auf die konkreten Umsetzungen im Unternehmen zielen.

Einen besonderen Stellenwert nehmen Materialwirtschaft, Logistik und Supply-Chain-Management ein, weil das Verfahren seine gute Anwendung für die Ermittlung von zum Beispiel saisonalen Umständen, Umsatzregelmäßigkeit oder Zugriffshäufigkeit findet. Sie kann ebenso große Entscheidungshilfe im Rechnungswesen, Controlling, Kundenforschung, Zeitmanagement und überall dort anbieten, wo es sich um die Priorisierung der Aufgaben, Produkte, Lieferanten und Kunden handelt.

Wie entsteht die Klassifikation in der ABC-Analyse?

Um die Optimierung eines Portfolios durchzuführen, bedient sich die ABC-Analyse der Einteilung unternehmensinterner Daten in drei ABC Klassen. Hier steht die Klasse A zum Beispiel für die Produkte, Arbeitsprozesse, Dienstleistungen wie auch Kunden, die im Unternehmen als äußerst wichtig, dringend, umsatzstark oder höchstwertig gelten. Demgegenüber weist die Klasse B auf deren mittlere Wichtigkeit oder Dringlichkeit, durchschnittliche Umsatzstärke oder niedrigere Wertigkeit hin. Schließlich signalisiert die Klasse C, dass bestimmte Portfolio Bestandteile des Unternehmens oder dessen Arbeitsabläufe als weniger wichtig, nicht dringend, umsatzschwach oder niedrigwertig einzustufen sind.

Die Klassifikation in der ABC-Analyse lässt sich leicht anhand von Wertanteil im Verhältnis zum Mengenanteil errechnen und wird häufig mit dem sogenannten Pareto Prinzip in Verbindung gebracht. Es besagt, dass 80 Prozent der Ergebnisse die Folge von nur 20 Prozent des Gesamtaufwandes sind. Daraus folgt, dass die verbleibenden 20 Prozent der Ergebnisse mit 80-prozentigem Aufwand erreicht werden. Diese 80/20-Regel findet in der ABC-Analyse eine gute Anwendung und erklärt, dass in der ersten Linie ein möglichst hoher Wertanteil erzielt durch den Einsatz eines möglichst kleinen Mengenanteils erstrebenswert und wegweisend für den Erfolg des Unternehmens ist.

Wie lege ich die Grenzen der ABC-Analyse fest?

Die ABC-Analyse stellt ein sehr hilfreiches Instrument dar, vorausgesetzt, dass seine Begrenzbarkeit berücksichtigt ist. Die Klassengrenzen lassen sich nämlich nicht immer leicht in der ABC-Analyse erkennen, was häufig als wesentlicher Nachteil und funktionelle Einschränkung dieses streng mathematisch-statistischen Verfahrens angesehen wird.

Tatsächlich können die Komponenten, die in Folge der ABC-Analyse in die Klasse B oder gar C abgerutscht sind, in einer längeren Zeitperspektive ein viel höheres Potential als angenommen versprechen. Dies stellt eine gewisse Gefahr für die Unternehmen dar, die ihre Aufmerksamkeit nur den zur Klasse A zugeordneten Komponenten schenken.

Weil dieses Verfahren lediglich einen groben Überblick, quantitative Daten und das Bild der Ist-Situation gewährleisten kann, scheint eine weiterführende Analyse unentbehrlich zu sein. Diese erlaubt in der ABC-Analyse nicht berücksichtigte Details, strategische Faktoren sowie mögliche Potenziale in die Unternehmensstrategie anschließend zu integrieren.

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